Weiterarbeit

Nach vierjähriger empirischer Forschung wurde die ReVikoR-Studie im März 2017 erfolgreich abgeschlossen. Nun galt es, diese wertvollen Forschungsergebnisse möglichst gewinnbringend für die Praxis des Religionsunterrichts in Schleswig-Holstein umzusetzen.

Im Rahmen eines von Bischof Gothart Magaard angeregten Entwicklungsprozesses zum Stand von ReVikoR im Sommer 2016 wurde ein, mit der „AG-Religionsunterricht der Koordinierungskommission-Schleswig-Holstein“ (KoKo-SH) abgestimmter Prozessplan zum Umgang mit den Ergebnissen der ReVikoR-Studie ausgearbeitet und somit der Grundstein für ein Folgeprojekt im Kontext der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland gelegt.

Im Zuge des Projekts „Auswertung ReVikoR“ wurden Strategien zum kirchlichen Umgang mit den ReVikoR-Ergebnissen konstruktiv reflektiert. Dies geschah im Dialog mit möglichst vielen Akteuren und Akteurinnen des Religionsunterrichtes. Um einen solchen Dialogprozess zu organisieren und zu begleiten, wurde vom Dezernat Kirchliche Handlungsfelder in Zusammenarbeit mit dem Pädagogisch-Theologischen Institut der Nordkirche (PTI) und der KoKo-SH ein „Prozessauswertungsstab ReVikoR“ ins Leben gerufen, bestehend aus einer Beratungskommission und einem kleineren Aktiv-Team. Darüber hinaus wurde für die Zeit von April 2017 bis März 2018 eine wissenschaftliche Referentin eingestellt (Dipl.-Theol. Antonia Elisa Lüdtke), welche den Prozess maßgeblich koordinierte, vorbereitete/durchführte und die Ergebnisse religionspädagogisch reflektierte.

Einen wesentlichen Bestandteil dieses Prozesses bildeten sog. „Hearings“ mit unterschiedlichen – für den Religionsunterricht relevanten – Personengruppen, im Zuge derer mögliche Konsequenzen der Studie für den Religionsunterricht in Schleswig-Holstein konkret identifiziert bzw. erarbeitet wurden. Die „Hearings“ fungierten als wichtiger Informations- und Kommunikationsweg, der Wissenschaft, Fachleute und Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen zusammenbrachte. Das „Hören“ war in dieser Hinsicht nicht wie eine „Einbahnstraßenkommunikation“ konzipiert, sondern dialogisch: Erste Interpretationen von ReVikoR wurden „gehört“ und wir wollten „hören“, was Gruppierungen/Personengruppen, die auf unterschiedliche Weise mit dem Religionsunterricht in Schleswig-Holstein zu tun hatten, dazu zu sagen hatten und mit diesen darüber ins Gespräch kommen. Mit folgenden Adressatinnen und Adressaten waren Hearings durchgeführt worden:

  • Lehrkräfteverbände (BEL, SHRV)
  • Schulleitungen
  • Elternvertretungen/Elterngruppen
  • Pröpste und Pröpstinnen
  • Kirchliche Lehrkräfte / Beauftragte für Kirche und Schule
  • Studienleiterinnen und Studienleiter Religion (IQSH)
  • Studierende
  • Schülerinnen und Schüler
  • Religionsgemeinschaften (z.B. katholische Kirche, muslimische Verbände, jüdische Gemeinden)
  • Religionspolitische Sprecher und Sprecherinnen der im Landtag vertretenen demokratischen Parteien

Ein Hearing lief in etwa wie folgt ab:

  1. ReVikoR-Forschungsrésumée
  2. Erste Reaktionsrunde
  3. RU bauen „Thinking outside the box“
  4. Zweite Reaktionsrunde
  5. „Wunschpost“ Nordkirche

Auf der Grundlage der Ergebnisse der Hearings in Korrelation mit den ReVikoR-Ergebnissen, wurden im Frühjahr 2018 mögliche konkrete Ideen zur Weiterentwicklung des evangelischen Religionsunterrichts in Schleswig-Holstein der Kirchenleitung präsentiert.